Heidelbeeren: Das beste Obst der Welt

Während ich wirklich gerne gute Erdbeeren esse und mir davon durchaus ein Pfund am Tag gönne, so sind Heidelbeeren für mich schlichtweg das beste Obst der Welt.

Was ist also die schönste Zeit des Jahres? Richtig, die Heidelbeersaison – zufällig beginnend im Juli und in der Regel bis Ende August während, liegt diese genau da, wo sowieso die beste Zeit des Jahres liegt: Mitten im Sommer.

Heidelbeersaison

Das Essen "in Saison" ist aus vielen Gründen sinnvoll. Solche Ware kann regional produziert werden, legt keine langen Transportwege zurück, ist somit frischer und ökologisch verträglicher. Die Ernte kann zum optimalen Zeitpunkt erfolgen, was vorteilhaft für den Geschmack ist. Ausserdem ist häufig der Preis geringer. Durch den Wandel der Jahreszeiten ergibt sich so eine auch für den Menschen äusserst angenehme, natürliche Folge von allerlei knackigen, leckeren Lebensmitteln. So schließt sich an die Erdbeersaison die Heidelbeersaison an, gefolgt von den Zwetschgen, den Boskoop und so weiter.

Heidelbeeren kaufen

Um den für mich nötigen Nachschub aufrecht erhalten zu können, begebe ich mich auf eine nahegelegene Heidelbeerplantage und pflücke selbst. In der Folge kostet das Kilo nur 2,70€ – ein Schnäppchen, gepaart mit einem schönen Anlass, Zeit an der frischen Luft zu verbringen und sich zu bewegen. Überall in Deutschland gibt es Möglichkeiten, Obst selbst zu ernten. Ich kann nur empfehlen, es einmal auszuprobieren.

Nährwert

Ein wichtiges Merkmal der Heidelbeere ist ihr geringer Zuckergehalt: Pro 100g Heidelbeere gelten Angaben von nur rund 5-7g Kohlenhydraten. Das ist nur etwa die Hälfte dessen, was die meiste anderen Obstsorten wie Aprikosen, Zwetschgen, Kirschen und ähnliche auf die Waage bringen. Wer seinen Zuckerkonsum beschränken möchte, ist mit Heidelbeeren demnach gut beraten.

Zugleich sind Heidelbeeren reich an Pflanzenwirkstoffen und Mineralien: Wie so oft kommt auch hier die Farbe durch Antioxidantien zustande, ganz ähnlich wie zum Beispiel bei Erdbeeren.

Zubereitung

Was gibt es an Heidelbeeren groß zuzubereiten? Pur aus der Sonne vom Busch über die Hand in den Mund dürfte die einfachste Methode sein. Gemischt mit Johannisbeeren ergibt sich jedoch auch ein schöner Kontrast.

Ein schönes Rezept sind auch Heidelbeeren mit Kokosmilch, Kokosraspeln und Zimt.

Natürlich kann, wer mag, auch hier noch die Johannisbeeren hinzugeben. Sie sehen: Die Heidelbeere ist nicht nur das beste Obst der Welt, sondern sie ist auch vielseitig.

Was ist mit Ihnen? Wie essen Sie Ihre Heidelbeeren am liebsten?


Wenn Ihnen Urgeschmack gefällt oder hilft, würde ich mich über Ihre Unterstützung sehr freuen.

24 Kommentare zu “Heidelbeeren: Das beste Obst der Welt

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  1. Rippe

    Lieber Felix,
    bleiben die Antioxidantien auch in gefrorenen Heidelbeeren enthalten? Oder gehen die nach dem Auftauen verloren. Wir haben im Sommer viele Eimer voll gepflückt und haben reichlich für den Winter eingefroren.
    Danke für deine Informationen. Helfen mir sehr.
    R

    1. Felix

      Nicht alles geht verloren und nicht alles bleibt erhalten. Und auch was beim Vorgang des Einfrierens erhalten bleibt, ist gefroren weiter der (stark verlangsamten) Degradation ausgesetzt.

      Konkrete Zahlen gibt es dazu leider nicht, zumal es beim Naturprodukt immer unterschiedliche Ausgangssituationen (Sorte, Gehalt, Böden etc) gibt.

    1. Felix

      Das Emsland ist trostlos, deprimierend, hässlich, dünn besiedelt und hat wenig zu bieten. Aber, man mag es kaum glauben, wenn man an der richtigen Stelle wohnt und ein wenig wohnt, kann man auf viel gutes Essen zugreifen.

  2. espero

    Die Waldheidelbeersaison ist bei uns dieses Jahr leider ausgefallen. Es war einfach nichts dran an Sträuchern, wohl wetterbedingt. In normalen Jahren pflücke ich schon etwa 15 kg, die teilweise eingefroren oder getrocknet werden.Ist zwar schon Aufwand (ca. 3 Sonntage), aber ist es mir wert, Getrocknete Beeren habe ich zum Glück noch aus dem vorigen Jahr. Vermutlich werde ich zusätzlich noch TK Heidelbeeren kaufen.
    Diese Kulturheidelbeeren stammen übrigens nicht von unserer Waldheidelbeere ab, sondern von einer amerikanischen Art und sollen auch längst nicht die therapeutische Power unserer Waldheidelbeere haben.
    Statt Heidelbeeren habe ich heuer mehr Brombeeren gesammelt, obwohl auch die nicht so gut angehängt haben wie sonst.

    1. Felix

      Hi Espero – ja, die meist verwendete Kultursorte ist die “Blue Crop”. Wobei auch da der Geschmack stark schwankt je nach Wetter. Ich finde es schade, dass die vielen anderen leckeren Sorten nicht so stark vertreten sind, aber da muss man wohl selbst anbauen. Im Garten haben wir drei oder vier verschiedene Sorten, die allerdings auch nicht so gut getragen haben, dieses Jahr.
      Die Himbeeren gehen dafür gewaltig ab.

      1. Steffi

        Hi, Felix!
        Da mir meine 8-jährige Tochter ständig meine Heidelbeer-Einkäufe wegfuttert, möchte ich in diesem Jahr einen Heidelbeer-Strauch im Garten anpflanzen. Welche “leckere” Sorte würdest Du mir da empfehlen? :-)
        Liebe Grüße
        Steffi

        1. Felix

          Hi Steffi – ich kann dir die Namen leider nicht mehr nennen, zu meiner Schande. Wir haben drei Sorten und sie schmecken alle auf ihre Weise interessant. Aber nachdem mich jemand auf seine kleine Privatplantage eingeladen hat, wo er dutzende Sorten (als Hobby) züchtet, ist mir die Übersicht verlorengegangen.
          Allerdings würde ich einfach diejenige Sorte nehmen, die robust und pflegeleicht ist, vermutlich die, die auch in den kommerziellen Plantagen verwendet wird. Der Gärtner wird da weiterwissen. Viel Spaß damit!

  3. Caitanya

    Ich habe gelesen, dass der (tägliche) Verzehr von Heidelbeeren die körperliche Koordination verbessern soll. Ist schon enorm.

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  6. balabushka

    Ich geh einfach in den Wald zum Pflücken :-) Da kostet das Kilo gar nüscht und da sind sicher auch keine Pestizide.

    Lieblingsrezept:
    250 g Quark
    Viele Heidelbeeren
    = lecker^^

    1. Ricoman

      Wem die volle Wirkung der Antioxidantien wichtig ist, sollte die Heidelbeeren ohne Milchprodukte verzehren. Das in Milchprodukten enthaltene prolinreiche Kasein bindet die Polyphenole und verringert deren Wirksamkeit. Dies gilt natürlich auch für Polyphenole aus anderen Quellen (z.B. Äpfel, Kakao/Schokolade, Heidelbeeren, Erdbeeren).

      1. Felix

        Könntest du da etwas spezifischer werden? Von was für Mengen und Verhältnissen sprichst du, was sind die Rahmenbedingungen, wie wurde das getestet, wer hat die Tests durchgeführt?

        1. Ricoman

          Meine Aussage fußt auf diesem Bericht (s. unten, Quellenangabe), in dem exemplarisch für ein spezielles Antioxidans (EGCG) aus schwarzem Tee gezeigt wurde, dass dessen gefäßprotektive Wirkung durch Zugabe von Milch unterdrückt wird. Verantwortlich für diesen Effekt ist der Caseinproteinanteil der Milch. Weiterhin wird berichtet, dass Casein nicht die gesamten pflanzlichen Polyphenole bindet und inhibiert, sondern eine Spezifität für gewisse Polyphenole zu haben scheint (es reicht also nicht, einfach nur den Gesamtpolyphenolgehalt vor und nach Zugabe von Milch zu bestimmen). Die Interaktion mit diesem Polyphenolanteil ist jedoch ausreichend, um in vivo die positiven Effekte auf die Gefäße zu unterdrücken. Es ist wahrscheinlich, dass der negative Effekt von Milch nicht nur auf die Polyphenole des schwarzen Tees begrenzt ist. Hier muss aber die Datenlage durch weitere Studien sicherlich noch verstärkt werden.

          Für mich persönlich bedeutet das nicht, dass ich nun alle liebgewonnenen Essgewohnheiten (Müsli, Quarkspeise mit Früchten, etc.) über Bord schmeiße, ABER, wenn ich mir bewusst einen hohen Anteil funktionaler Antioxidantien aus der Nahrung zuführen möchte, mache ich das ohne gleichzeitigen Konsum von Milchprodukten.

          Es möge jeder seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen…

          Quellenangabe:

          – Milk Products may Destroy Antioxidant Benefits in Fruits, Vegetables and Grains (http://www.naturalnews.com/025670_tea_milk_polyphenols.html):

          “They concluded that milk counteracts the favorable health effects of tea on vascular function and demonstrated that proteins in milk, called caseins, were responsible for canceling out the positive effects of the polyphenols in tea.

          When the study was interpreted and reported by the University of Rochester Medical Center, it was noted that milk not only blocks tea`s benefits for blood vessels, it also destroys the antioxidant effects of tea and may negate its cancer-protective effects as well.
          The Rochester report quotes Dr. Robert Vogel, a professor of medicine at the University of Maryland Medical School who agrees that tea is one of the greatest sources of antioxidants. In countries where they drink a lot of tea, heart disease is decreased, except for the British Isles, where it is typical to add milk to the tea. His advice is to add lemon to tea, but not milk or cream.
          Researchers in the past had claimed that milk had no effect on tea because it did not change the overall concentration of polyphenols in the blood. However, in an interview Dr. Stangl, the leader of the German research team, stated that what is important is the presence of specific polyphenols, such as EGCG, and milk does block those.

          Although it is possible that the studies with blueberries and tea are isolated incidents, such a conclusion seems to go against the tenets of nature which are presented in broad statements. This suggests that a more likely conclusion would be that proteins in milk have a great affinity for many polyphenols found in both fruits and vegetables. It implies that if one chooses to eat fruits and vegetables for their health promoting benefits, no dairy product should be involved in the process until the body has had a chance to make full use of the polyphenols presented.”

          Originalveröffentlichung:
          Lorenzo M, Jochmann N, von Krosigk A, Martus P, Baumann, G, Stangl K, Stangl V, “Addition of milk prevents vascular protective effects of tea”, European Heart Journal.
          http://eurheartj.oxfordjournals.org/content/early/2007/01/09/eurheartj.ehl442.abstract

          1. Felix

            Danke für die Daten! Schöne Perspektive auf die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Lebensmitteln – wenn auch leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn wir wissen kaum, welche positiven Effekte sich aus dieser Kombination möglicherweise ergeben.

    1. Felix

      Qualia – ich weiß ja nicht wie das bei dir ist. Aber ich habe mich entschieden, einfach keine Pestizide zu essen. Ist eigentlich das naheliegendste, meinst du nicht? Oder pauschalisierst du einfach nur gerne? Glaubst du allen Ernstes, dass alle Heidelbeeren ist mit Pestiziden belastet sind?

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