Das soll, wie immer, nicht bedeuten, dass Sie nun Fett täglich kiloweise verzehren sollten. Aber dennoch, eines wird immer klarer: Zumindest für Kardiovaskuläre Herzkrankheiten ist das jahrelang gescholtene gesättigte Fett nicht verantwortlich. Was ist gesättigtes Fett? Sie finden es vornehmlich in Tierprodukten. Das leckere Fett am Brathähnchen, an der Ente, im Eigelb, in Milchprodukten und natürlich in Rind- und Schweinefleisch ist zu einem wesentlichen Teil gesättigtes Fett.
Aktuelle Forschungen zeigen allerdings, dass der Verzehr gesättigten Fetts so einige gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Zum Einen bestehen die Zellmembranen des Menschlichen Körpers zu rund 50% aus gesättigtem Fett. Hier ist das Fett auch für die Struktur und Festigkeit der Membranen verantwortlich. Weiterhin verbessern die meisten gesättigten Fettsäuren Ihre Blutfettwerte, indem es die Werte für HDL verbessert und die LDL-Partikel vergrößert (s.a. “Fakten über Cholesterin“). Gesättigtes Fett hilft bei der Integration von Calcium in die Knochen und erhöht die Effizienz mit der der Körper verlängerte Omega-3-Fettsäuren verwendet. Weiterhin stärken gesättigte Fettsäuren das Immunsystem.
Und natürlich schmecken gesättigte Fette meist sehr gut. Ein in Butter gebratenes Spiegelei ist doch wesentlich appetitlicher und satter im Geschmack als eines, das in Pflanzenöl getunkt wurde. Mal ganz zu schweigen vom Gänseschmalz. Und auch die köstliche, knusprige Haut vom Hähnchen können Sie guten Gewissens essen. Zum Braten bei hohen Temperaturen empfehle ich die Verwendung von Kokosfett. Es ist beinahe geschmacksneutral, sehr hitzebeständig und gehört ebenfalls zu den gesättigen Fetten.
Weitere Informationen und Details finden Sie unter Anderem in den folgenden Studien und Artikeln, die ich Ihnen natürlich wieder nicht vorenthalten möchte:
Mensink RP, Zock PL, Kester AD, Katan MB, “Effects of dietary fatty acids and carbohydrates on the ratio of serum total to HDL cholesterol and on serum lipids and apolipoproteins: a meta-analysis of 60 controlled trials“, Am J Clin Nutr, 2003 May;77(5):1146-55
Berglund L, Oliver EH, Fontanez N, Holleran S, Matthews K, Roheim PS, Ginsberg HN, Ramakrishnan R, Lefevre M, ”HDL-subpopulation patterns in response to reductions in dietary total and saturated fat intakes in healthy subjects“, Am J Clin Nutr, 1999 Dec;70(6):992-1000
Ravnskov U, “The questionable role of saturated and polyunsaturated fatty acids in cardiovascular disease“, J Clin Epidemiol, 1998 Jun;51(6):443-60
Robert H Knopp and Barbara M Retzlaff, “Saturated fat prevents coronary artery disease? An American paradox“, American Society for Clinical Nutrition, Nov 2004
German JB, Dillard CJ, “Saturated fats: what dietary intake?“, Am J Clin Nutr, 2004 Sep;80(3):550-9
Mozaffarian D, Rimm EB, Herrington DM, ”Dietary fats, carbohydrate, and progression of coronary atherosclerosis in postmenopausal women“, Am J Clin Nutr, 2004 Nov;80(5):1175-84.
Garg ML, Wierzbicki AA, Thomson AB, Clandinin MT, ”Fish oil reduces cholesterol and arachidonic acid content more efficiently in rats fed diets containing low linoleic acid to saturated fatty acid ratios“, Biochim Biophys Acta, 1988 Oct 14;962(3):337-44.
Berglund L, Oliver EH, Fontanez N, Holleran S, Matthews K, Roheim PS, Ginsberg HN, Ramakrishnan R, Lefevre M, “HDL-subpopulation patterns in response to reductions in dietary total and saturated fat intakes in healthy subjects“, Am J Clin Nutr 1999, 70:992-1000.
Volek JS, Sharman MJ, Forsythe CE, “Modification of lipoproteins by very low-carbohydrate diets“, J Nutr 2005, 135:1339-1342
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Ach ja noch etwas: Die wichtige Rolle gesättigter Fettsäuren im Stoffwechsel ist völlig unstrittig. Jedoch kann der Körper sämtliche benötigten gesättigten Fettsäuren selbst nach Bedarf aus den wenigen essentiellen Fettsäuren (die allesamt ungesättigt sind) synthetisieren.
Eine Zufuhr gesättigter Fettsäuren über die Nahrung ist überhaupt nicht erforderlich.
Hallo Herr Olschewski,
heutige Butter ist heutzutage ein industielles, hochprozessiertes Produkt, ganz im Gegensatz zu kaltgepressten Pflanzenölen. (Im Supermarkt darf auch nur Butter aus pasteurisiertem Rahm hergestellt werden, der selbst schon zig Verarbeitungsschritte hinter sich hat und damit vollkommen denaturiert ist.) Wie verträgt sich denn dann ihre Empfehlung für Butter statt Pflanzenöl beim Spiegelei mit der für möglichst ursprüngliche und naturbelassene Lebensmittel?
Dass es *Ihnen* besser schmeckt ist auch kein Argument: Erstens sind Geschmäcker verschieden, und zum zweiten auch kulturell und individuell vorgeprägt. Es ist bekannt, dass heutigen Schulkindern “Tomatensuppe” aus der Tüte besser schmeckt als solche aus frischen Tomaten. Geschmack ist auch Trainingssache und man kann ihn z.B. dahin bringen, auch nur moderat gesüßtes oder gesalzenes Essen zu mögen.
Die lange angenommene Schädlichkeit von gesättigten Fettsäuren für das Herz-Kreislauf-System kann nach einer der von Ihnen zitierten Metastudien ja tatsächlich mit Recht hinterfragt werden. (Damit ist natürlich noch lange kein Nutzen belegt.)
Zwei andere der genannten Studien stützen weiterhin das Gegenteil Ihrer Aussage, dass gesättigtes Fett gesund sei (eine davon haben Sie doppelt aufgeführt), und nur eine stützt Ihre Aussage, allerdings auch nur im Fall von postmenopausalen Frauen mit metabolischem Syndrom.
Der Nutzen bzw. Schaden für die Gesundheit bemisst sich dabei in diesen Studien in der Verbesserung bzw. Verschlechterung des LDL/HDL-Quotienten, dessen Aussagekraft Sie selbst ja in einem anderen Artikel wiederum in Zweifel ziehen.
Ihre Aussage “Gesättigtes Fett ist Gesund” ist damit auch nach Ihren eigenen Kriterien durch nichts belegbar.
Wenn Sie es zudem mit der Natürlichkeit und Ursprünglichkeit der Zutaten zu Ihren Gerichten ernst meinen, sollten Sie allemal immer eher zur Verwendung von Pflanzenfetten statt Butter raten. Die wurden übrigens auch schon von Steinzeitmenschen aufgenommen, während naturbelassene Butter vom Menschen sogar erst seit dem Mittelalter und industrielle Butter erst seit wenigen Jahrzehnten konsumiert wird.
Moin Herr Dressel -
ich habe leider nur wenig Zeit, daher nur kurz der Hinweis: Ich esse in der Regel keine “heutige Butter”, sondern die vom Hof um die Ecke. Das verdeutlicht vielleicht auch das zugrundeliegende Problem oder Missverständnis: Viele Probleme ließen sich beheben, wenn auf regionale, nicht-industrialisierte Kost zurückgegriffen würde.
Was die Vereinbarkeit mit der Empfehlung möglichst ursprünglicher und naturbelassener Lebensmittel angeht: Wie ich schon mehrfach auf dieser Seite erwähnte, geht es immer um ein Kontinuum und um Praxisnähe. Es macht Sinn, auf den Optimalfall hinzuweisen, aber Dogmen helfen selten. “Nur naturbelassen” würde konsequent heißen: Nichts kultivieren und nur in rohe Produkte beißen. Doch an keiner Stelle lege ich nah, das Steinzeitleben möglichst nah imitiert werden soll. Das ist ein Missverständnis.
Super Blog! Ich lese schon den ganzen Tag deine Seite!
Worauf ich aber noch keine Antwort fand, ist, ob du kaltgepresstes Leinöl gut findest.
Da es das einzige pflanzliche Öl mit einem umgekehrten Omega6:Omega3 = 1:3 Verhältnis ist, würde ich die tägliche Aufnahme doch empfehlen.
Beste Grüße und weiter so!
Hallo Momo – danke dir! Leinöl enthält zwar Omega-3-Fettsäuren, diese bestehen allerdings ausschließlich aus ALA (Alpha-Linolensäure). Diese kann der Mensch nur sehr schlecht (~5%) verwerten. Das gilt für so ziemlich alle pflanzlichen O3-Quellen. Siehe auch http://www.urgeschmack.de/omega-3-fettsaeuren-ein-kurzueberblick/
[...] Gesättigtes Fett ist gesund! [...]
[...] lebensnotwendig und der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Wie ich bereits in meinem Artikel über gesättigte Fette schrieb, sind Fettsäuren unter Anderem für die die Bildung und Wartung von Zellen notwendig. Fett [...]
[...] Gesättigtes Fett ist gesund! [...]