Buchtipp: Holy Cows & Hog Heaven

Wie gelange ich an hochwertige Lebensmittel direkt vom Erzeuger?

Muss ich viel Geld ausgeben, um gesundes Gemüse zu bekommen?

Woran erkenne ich einen nachhaltig wirtschaftenden Landwirt?

Antworten auf diese und ähnliche Fragen finden Sie in Joel Salatins Buch “Holy Cows & Hog Heaven“.

Das Buch mit dem passenden Untertitel “The Food Buyer’s Guide to Farm Friendly Food” ist in vier Abschnitte unterteilt. In diesen geht es um den Erzeuger, die Produkte, die Verbraucher und die Politik.

Zunächst geht Salatin darauf ein, woran Sie einen “sauberen” Landwirt erkennen und was die wichtigsten Aspekte eines nachhaltig und biologisch hochwertig wirtschaftenden Betriebs sind. Dabei geht es auch um solche Themen wie “Nachbarschaftsfreundlichkeit”, ganz konkret, inwieweit eine (meist unnötige) Geruchsbelästigung stattfindet, bis zu welcher Größenordnung dieses Vorgehen praktikabel sein kann oder auch wie offen der Erzeuger gegenüber dem Verbraucher ist.

Der nächste Abschnitt behandelt die Produkte selbst. Lebensmittel sind biologisch. Gute Lebensmittel erkennt man daran, dass sie mit der Zeit verderben. Wenn zum Beispiel der Inhalt ihrer Obstschale also auch nach Wochen sein Aussehen nicht verändert hat, können Sie davon ausgehen, dass hier mit reichlich Chemikalien nachgeholfen wurde. Desweiteren geht es hier um genetische Manipulation oder auch Bodenqualität und -Fruchtbarkeit.

Weiter geht es mit dem Verbraucher. Was kann er tun, um ein Umschwenken auf ein nachhaltig und biologisch verträgliches System zu helfen? Die Essgewohnheiten dem Wechsel der Jahreszeiten anzupassen ist hier ebenso relevant wie die eigenen Fähigkeiten in der Küche, um mit den Rohprodukten überhaupt etwas anfangen zu können. Bringen Sie verständnis für schrullige Landwirte auf – diese sind die Direktvermarktung meist nicht gewohnt und haben keine jahrzehntelange Übung darin.

Abschliessend vervollständigt Salatin sein Buch mit einigen Kapiteln zur Politik. Sinn -oder vielmehr Unsinn- von Agrarsubventionen und die Problematik der Lebensmittelsicherheit werden hier ebenso thematisiert wie Regulierungen und Dezentralisierung, Globalisierung und die bürokratischen Fallstricke, die kleine Erzeuger bis zur ersten verkauften Karotte zu überstehen haben.

Joel Salatin als Landwirt ist es dabei gelungen, die Verantwortlichkeit nicht nur beim Verbraucher und der Politik zu suchen, sondern sich stellvertretend für alle Genossen auch an die eigene Nase zu fassen.

Ich denke, dieses Buch hilft dem allgemeinen Verständnis sehr und daher empfehlen ich es ausdrücklich allen, die mehr über nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Lebensmittel erfahren möchten. Über diesen Link können Sie es bei Amazon kaufen. Eine deutschsprachige Version ist nach meinem Kenntnisstand nicht erhältlich.

Wenn Ihnen Urgeschmack gefällt oder hilft, würde ich mich über Ihre Unterstützung sehr freuen.

2 Kommentare zu “Buchtipp: Holy Cows & Hog Heaven

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