5 Gründe, warum Steinzeiternährung Blödsinn ist

Heute erfahren Sie hier 5 Gründe, warum die Steinzeiternährung (oder Paleo-Diät) Blödsinn ist. Denn auch das effektivste Konzept kann Schwachstellen haben. Indem man sich diese bewusst macht und akzeptiert, kann man noch verantwortungsvoller damit umgehen.

Jede Medaille hat zwei Seiten. Wie die andere Seite aussieht, erfahren Sie nächste Woche.

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30 Kommentare zu “5 Gründe, warum Steinzeiternährung Blödsinn ist

  1. Silke

    Mir gefällt die ausgewogene Beleuchtung (Pros & Cons) dieser Seite gut. Ich muss zugeben, dass ich “Paläo” zunächst auch für den x-ten freakigen Ernährungstrend gehalten habe. Die Menschen in den Industrieländer werden immer älter werden, also kann doch diese Art der Ernährung nicht wirklich schädlich sein? Der Meinung bin ich immer noch. Auf der anderen Seite frage ich mich immer mehr, wie all diese massenhaft auftretenden Krankheiten wie Morbus Crohn, MS, Allergien, Krebs etc. zustande kommen.
    Als Laie finde ich die Beurteilung von gesunden oder ungesunden Lebensmitteln mit den zunehmenden Theorien gesunder Ernährung immer unübersichtlicher und nicht mehr machbar.
    Paläo erlaubt den Verzehr von (hochwertigem) Fleisch .Auf der einen Seite: rotes Fleisch soll entzündungsfördernde Stoffe enthalten. Was ist daran gesund?
    Oder ist es nicht vielmehr so, dass alles mit Ausnahme von Zucker, Billig-Lebensmitteln und verarbeiteten Lebensmittel in der richtigen Dosis in Ordnung ist? Es scheint mir, dass bis auf die Ausnahmen alle Lebensmittel an sich Vor- und Nachteile haben und es die Kunst ist, von allem etwas in der richtigen Menge zu essen.

    1. Felix

      Hallo Silke,

      es ist keine Kunst. Du bist auf dem richtigen Weg. Hier die Abkürzung:

      Koche alles selbst aus frischen Lebensmitteln. Bewege dich viel.

      Fertig. Für den Normalfall sind das ausreichende Anweisungen.

      Oder mach’s wie Michael Pollan: “Iss Lebensmittel. Nicht zu viel. Überwiegend Pflanzen.”

  2. Holger

    Hallo Felix,

    Ersteinmal finde ich es klasse das mal wieder jemand darauf aufmerksam macht das Fleisch nicht böse ist und das zu unserer Ernährung dazu gehört.

    Ich habe letztes Jahr durch einen Freund von der Detlef D Soest Diät gehört.”I make your sexy . Com”
    Ist das gleiche Prinzip was du hier schreibst.
    Auch habe ich im Internet ” schlankr.de ” gefunden die auch das gleiche vermitteln.

    Ich habe es letztes Jahr ausprobiert mal nach der “Imakeyoursexy.com” zu leben und zu essen.
    Und siehe da ich habe in 2 Monaten 13 kg abgenommen und habe nicht einmal Sport betrieben.
    Es liegt alles in der Ernährung des einzeln und die Diziplin es auch durchzuhalten.
    Du sagst zwar in deinem Video das es einfach wird, ist es aber oftmals nicht.
    Aber ich habe für mich einen guten Mittelweg gefunden um mich richtig für “meinen Körper” zu ernähren.
    Ach im übrigen sind die Kilos auch nicht wieder gekommen! 🙂

    Gruß
    Holger

  3. Viola

    Hallo Felix,
    ich habe deine Seite gerade entdeckt und bin begeistert!
    Ich habe seit Jahresbeginn 10kg durch Weight Watchers abgenommen. Gesund gegessen habe ich in der Regel schon vorher und ich finde auch dass es dort einen super Lern- und Aha Effekt gib, der auch Nachhaltig ist – zumindest bei mir.
    Mir ist in den letzten Jahren immer mehr aufgefallen, dass sich die Mehrheit der Leute auf Billigware und Convenient Produkte stürzen. Für mich ist es wichtig zu wissen was drin ist. Aus diesem Grund mache ich vieles selber: backe mein eigenes Brot oder rühre meinen Joghurt nach belieben und Früchten der Saison an (ich habe heute gelernt dass es nicht unbedingt Paleo ist, aber in den geringen Mengen und mit dem richtigen Ausgleich …). In meiner Mittagspause esse ich selbstgekochtes, ja ich schleppe es von zu Hause mit! Ich koche alles selber mit nur ganz wenigen Convenient Produkten wie z.Bsp. Brühpulver, es schmeckt besser und kochen macht mir viel mehr Spaß…

    Mein Kopf ist so voll mit so vielen Gedanken zum Thema Ernährung, aber vor allem die “Entstehung” der Ernährung… Ist Masthaltung wirklich notwendig…Obst und Gemüse das nicht der DIN Norm entspricht, kommt nicht in den Laden sondern meist auf den Müll…
    Hätte ich auf dieser Erde einen Wunsch frei, würde ich mir wünschen, einmal mit einem Natur verbunden Volk oder Stamm (Aborigini oder Indianer oder Mongolen oder oder oder) für eine Zeit zu leben und von denen zu lernen…Besser wäre der Wunsch aber eingesetzt wenn sich alle Menschen ein wenig mehr Gedanken um die Ernährung machen würden, zum einen Gesund oder nicht Gesund, aber mehr WO kommt es her. Brauchen wir im Winter Erdbeeren oder Spargel …

    Ich werde mich mit der “Steinzeiternährung” mehr verfassen und auch weiter so leben – denn mit 2 Scheiben Brot am Tag und etwas Joghurt, viel Gemüse und Obst und hin und wieder Fleisch / Fisch bin ich eh schon super dabei.

    P.S. Ich danke dir fürs Lesen meiner wirren Zeilen und auch allen anderen und hoffe meine Kopf mal etwas mehr sortieren zu können.
    P.S.S. Ich hätte doch Ernährung studieren sollen 😀

    1. Felix

      Danke für dein Feedback. Das Selbstkochen ist definitiv einer der Schlüssel zur gesunden Ernährung. Als Studium bist du mit Biologie besser beraten als mit Ernährungsiwssenschaften. Und solange du in Deutschland lebst, werden dir die Aboriginies wenig sinnvolles beibringen können. Solche Völker sind erfolgreich gerade weil sie sich optimal an ihre Umgebungsbedingungen angepasst haben. In deutschen Klima und deutscher Flora und Fauna sind sie wahrscheinlich aufgeschmissen.

      1. Viola

        Mit den Aboriginies hast du durchaus Recht. Mir geht es mehr um die Erfahrung an sich, nur die Natur und ich… leider gibt es im Europäischen Raum keine Urvölker mehr an die ich mich wenden könnte …
        Ich werde auf jedem Fall deine Seiter studieren und mehr aus meiner Ernährungsumstellung herausholen. Aber so ganz ohne Brot- und Milchprodukte wird schon schwer werden. Dir weiterhin viel Erfolg und Spaß 😀

        1. Felix

          Wenn du an so etwas interessiert bist, würde ich den nächstbesten Weg gehen und mit den ältesten Menschen sprechen, die du finden kannst. Oder fahr in ländliche Regionen, in denen Traditionen gepflegt werden und schau dich dort um. Das Baskenland wäre ein Beispiel, Italien natürlich, auch Schlesien.

  4. Daniela

    Hallo,
    ich finde es mal klasse das Du beide Seiten beleuchtest und darstellst. Es regt mich dazu an mir ein eigenes Bild zu machen und ich fühle mich nicht zu missioniert wie von gewissen Ernährungaposteln. Ein echt gelungener Beitrag.
    LG Nati

  5. Manuel

    Hallo Felix,

    auch wenn das vegane Konzept gut für mich funktioniert möchte ich
    trotzdem sagen, dass ich es gut finde wie differenziert und beiseitig “beleuchtet” du deine
    Informationen hier vorstellst. Schön zu sehen, dass es (wenige) Leute gibt, die nicht gleich
    mit dem dogmatischen Hammer zuschlagen. Meiner Erfahrung nach ist das selten.

  6. Coco

    Hallo lieber Felix,
    toll Deine Arbeit. ! Ich hab da eine Frage, wie legt ein “Steinzeitmensch”
    Proviant zurück? (wir leben in Krisenzeiten, vielleicht Stromausfall…)
    Da ja alles frisch ist wird das nicht unmöglich für 2-3 Monate etwas zurück zu legen?
    ganz liebe Grüße
    Coco

    1. Felix

      Hallo Coco,
      zum Haltbarmachen gibt es seit Ewigkeiten diverse Methoden. Trocknen (Trockenfleisch), Pökeln, Fermentieren, “neuerdings” auch Einmachen oder (ganz modern) Einfrieren.

      1. Coco

        vielen Dank,
        habe gerade ein veganes/vegetarisches Abenteuer hinter mir (2Monate) und heut endlich mal wieder (Öko) Fleisch gegessen. Ich hatte den Eindruck dass meine Konzentrationsfähigkeit rapide nachließ…..und die Freude.
        Eigentlich entspricht die Paleo Diät allen meinen Bedürfnissen !
        Leider bin ich noch nicht resistent genug gegen die faschistischen Aussagen
        der “Übermacht”. Anscheinend weiß heut ein jeder Therapeut,Guru,Philosoph….etc wie entsetzlich krank man wird vom Fleischverzehr, dass macht mich regelmäßig richtig sauer…..
        Dabei finde ich es am schlimmsten dass mich das stört….pffft.
        Danke für die Hilfe.
        Coco

  7. Bernd

    Hey Felix,
    Schön wie du differenzierst!
    Ich habe deine Seite eben entdeckt und finde deine Arbeit hervorragend, auch weil ich meiner eigenen Schlüsse in jedem deiner Beiträge wiederfinden kann.

    Eine Frage konnte mir jedoch noch keiner beantworten und zwar:

    Konnte der Urmensch möglicherweise Ballaststoffe also Zellulose verwerten? Ich habe in einer Reportage der öffentl rechtl über den menschlichen Darm gehört, dass es Menschen mit einer entsprechenden Darmflora gibt, der ideale Futterverwerter sozusagen.
    Grüsse

    1. Felix

      Meines Wissens nach können das nur Wiederkäuer. Das nächste Beispiel, das wir uns anschauen könnten, wären Gorillas – und auch die sind da nicht besonders gut drin. Wohl deswegen fressen sie hin und wieder auch ihren eigenen Kot, da bei der zweiten Darmpassage wohl mehr absorbiert wird (ähnlich wie Hasen/Kaninchen). Wenn man weiter zurück geht bzw. sich weiter vom Menschen entfernt, kann man bei Affen eventuell einen größeren Zellulose-Verdauungsanteil finden.

  8. Pingback: Ist die Paleo-Diät sinnvoll? Ist Steinzeiternährung sinnvoll? — Urgeschmack

  9. Wilfredo

    Lieber Felix, ich wünschte mir du hättest dieses Video nicht veröffentlicht. Es ist inhaltlich wie immer alles richtig, aber ich denke da insbesondere an die ganzen Anfänger und Einsteiger in das Thema, die durch die Aussage “Paleo ist Blödsinn” möglicherweise verwirrt und unsicher werden.

    1. Felix

      Hallo Wilfredo – genau das ist mein Ziel. Unsicherheit. Das fördert die Neugier und das Nachdenken und die kritische Herangehensweise.

  10. Pingback: 5 Gründe, warum die Steinzeiternährung großartig ist (Urgeschmack-TV Ep. 151) — Urgeschmack

  11. Sascha

    Hallo Felix,
    ich habe meine eigene Stellungnahme dazu in meinem Blog gepostet. Ich gehe aber noch davon, dass du diese Argumente wahrscheinlich selbst entkräften wirst. Fänd ich auf jeden Fall im dialektischen Sinne schön gelungen.

    Gruß
    Sascha

  12. Brian Kozmo

    1) Ja genau, wie bei Eskimos mit 80% Fett und bei den Kitavas mit 69% Kohlenhydrate. Die meisten Leute aber, die die Steinzeitdiät brauchen bzw. machen, sind aus Europa oder sind europisch-stämmige Leute aus Nordamerika oder Australien. Aber du hast Recht und ich verstehe es nie, wenn einer behauptet, dass Kohlenhydrate an sich böse sei.

    2) Ja es gibt ausgestorbene Pflanzen, und wir wissen dass viele Essenssorten im Supermarkt einfach nicht normal sind, wie sie in der Natur zu finden sind, aber man kann nur es so gut wie möglich nachmachen.

    3) Ich finde, die optimate Ernährung ist eine, die eine von meinen Vorfahren ähnelt (also Stammen aus Europa) und man soll auch sich bewegen und zig andere Dinge machen, die in der Steinzeit gemacht wurden. Man soll ja nicht den ganzen Tag arbeiten, zu lange auf einem Stuhl sitzen, unter einem Dach ohne Sonnenschein bleiben, usw. Unsere Körper sind für die Steinzeit gebaut – egal ob es um Essen geht oder nicht. Aber du hast teilweise Recht: Wenn einer den ganzen Tag herumsitzt und kaum Sport macht, braucht man auch weniger Kohlenhydrate wie damals.

    4) Viele Leute aus Europa haben nun eine Toleranz, wenn man es so nennen kann, Laktose und Gluten z.B. gegenüber, aber das heißt nicht, dass Milch oder Getreide für die Ernährung optimal ist. Viele Leuten können es auch immer noch nicht vertragen (30% der Bevölkerung?). Ohne sowas zu leben kann man auf jeden Fall.

    5) Getreide sind nur ein “lebensnotwendige Grundnahrungsmittel”, weil sie leichter zu ackern sind und auch gut gelagert sein können. Ja, die moderne Welt wäre nicht ohne Getreide schaffbar, aber das heißt trotzdem nicht, dass man Getreide essen SOLL. Ja, fast alle Jäger- und Sammlergruppen sind ausgestorben (außer ~100, wovon Hälfte die in Brasilien wohnen), aber warte mal ab, was mit der Welt passiert. (Denk mal darüber nach, was alles für schlimme Sachen schon passiert sind, seitdem es Ackerbau und Zivilisation gibt: Krieg, Dürren, Erderwärmung, Plagen, Serienmörder, Zivilisationsschäden wie Karries, Diabetes, und die Liste geht weiter und weiter und weiter und bald werden wir noch stärkere Folgen von Überbevölkerung sehen, die es ohne Ackerbau überhaupt nicht gegeben hätte.

    Es ist nicht egal, ob es einem danach krank wird, nachdem er viele Kinder erzeugt hat. Es geht nicht immer nur direkt um Sex, wie man so oft über Evolution denkt. Es gab mal eine Studie, wieso Großmütter wichtig für Evolution sind (und zwar Großmütter, die keine Kinder mehr zur Welt bringen konnten):
    http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/279/1749/4880

    http://blogs.smithsonianmag.com/science/2012/10/new-evidence-that-grandmothers-were-crucial-for-human-evolution/

    Eigentlich interessant, dass du solche Sachen behauptest. Ist nicht deine Philosophie, wie sie auf deiner Seite und in deinen Büchern zu finden ist, auf Evolution und der Steinzeit basiert?

    Bin gespannt, was deine 5 guten Gründe sind. Ich könnte bestimmt mehr als 1,000 Gründe nennen, wieso eine Steinzeiternährung gut ist. 😀 Sehr interessante Themen!

    -Brian

    1. Felix

      Hi Brian – in all deinen Punkten gehtst du auf Aspekte ein, die im Video gar nicht thematisiert sind. Ich habe zum Beispiel nicht gesagt, dass Milch ein “optimales” Lebensmittel sei (siehe dein Punkt 4).

  13. Kurt

    Der Gedanke hinter dem Video ist wohl wichtiges als der Inhalt. “Jede Medaille hat zwei Seiten.” Immer brav kritisch bleiben, die eine Wahrheit gibts ja nicht! Gute Arbeit Felix 😀

Kommentare geschlossen.

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